DIE STADT KOLIN

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Zahlreiche Ausgrabungen von Hockerskeletten, verschiedenen Schmuckgegenständen, Gefässen und Waffen lassen den Schluss zu, dass das Gebiet um Kolin bereits in uralter Zeit besiedelt war.

Die Stadt selbst wurde zu Anfang des 13. Jahrhunderts noch vor der Regierungsperiode des Königs Pøemysl Ottokar II. gegründet und zwar an einer Stelle, wo schon zu den Römerzeiten wichtige Handelswege und Flussübergänge führten. Die Geschichte der Stadt ist reich an historischen Ereignissen. Heuzutage ist Kolin ein wichtiger Kreuzpunkt zweier Eisenbahnhauptstrecken (Dresden-Kolin-Wien und Prag-Brünn-Budapest) und der Ausgangspunkt der Lokalbahn Kolin-Ledeèko (Sázavabahn).Kolin durchläuft die Hauptstrasse Prag-Wien. Als wichtiger Flussweg ist der Elbestrom. Die Stadt zählt 36.000 Einwohner und besteht aus der inneren (ältesten) Stadt und fünf Vorstädten, bezeichnet I.-VI.; liegt an dem 50° 1' 45'' n. B., 15° 12' ö. L. von Gr., 225 m ü. M.

Die innere Stadt beherrscht vom linken Elbeufer von einer 30m hohen Felsenterrasse die malerische Elbebene und ist mit der Vorstadt Zálabí, die auf dem rechten Ufer lieght, durch eine neue Betonbrücke verbunden. Von dem höchsten Punkt der terrasse sieht stolz herab auf die Stadt der Domdeshl Bartolomeus, ein denkwürdiger Bau im gotischen Stiel aus dem 13.Jahrhundert von Peter Parléø. Hinter dem Dom ein hochinteressantes Beinhaus mit, in Altarform aufgeschichteten Gebeinen. Ostwärts des Doms das städtische Museum mit reichen prähistorischen und numismatischen Sammlungen. Unter dem Beinhaus Schanzenreste aus dem 13.Jahrh. Auf dem Ringplatz das alte und das neue Rathaus, dessen Sitzungssal mit grossen Bildern des Malers W. Radimský ausgeschmückt ist. Das Husdenkmal von Fr.Bílek aus dem J.1914, die Marien-Pestsäule aus dem J.1682, einige gut erhaltene Barockhäuser und der Prachtbau der städtischen Spaarkassa. In den anschliessenden Gassen finden wir das ehem. Schloss aus dem J.1437, jetzt die Schlossbräuerei, ferner das frühere Ghetto, wo noch einige seltsame Häuser und die altertümliche Synagoge erhalten sind. Einen vergessenen Winkel bildet der alte Judenfriedhof neben der Sokolturnhalle. Weitere ältere, besichtigungswürdige Bauten sind: das Kapuzinerkloster aus dem J.1667 mit der Dreifaltigkeitskirche, die Sct. Johannes d. T. Kirche wahrsch. aus dem. Anfang des 14. Jahrh., die Allerheligenkirche aus dem 13.Jahrh., die Sct. Veitskirchen in der Vorstadt Zálabí aus dem 14. Jahrh.

Neuzeitlihche Bauten: das Theater, das Palais der Nationalbank, moderner Bau der ès.Kirche, Prachtbau der Landw. Bez. Vorsuchsskassa a v. a. Hiezu reihen sich einige Denkmäler wie z. B. Masarykdenkmal, Husdenkmal u. a., Büsten und Gedenktafeln.

Die günstige Lage der Stadt ermöglichte die Entwickelung ciner bedeutender Industrie. Zur Zeit sind in Kolin 55, meistens chemische Fabriksunternehmungen (Spiritusfabrik, Kaliwerke, Braüerei, Petroleumraffinerie, Hefefabrik, einige Fabriken die sich mit Bearbeitung und Raffinerie von Oelen und Teer beschäftigen u. v. a.). Beachtenswert ist in der Vorstadt Zálabí das neue Elektrizitätswert mit einem 120m hohen Schornstein, dessen obere Mündung einen Durchmesser von 5m hat. Das Werk ist mit der Hydrozentrale unter der Elbebrücke verbunden. Die elektrische Stadtbeleuchtung ist die modernste in Böhmen.

Hand in Hand mit der Industrie entwickelte sich hier ebenfalls das Geldwesen und der Handel, denen auch die vorgeschrittene Bodenkultur der reichen Umgebung zu Gute kommt.

Kolin ist natürlich der Sitz vieler Behörden und beachtenswert ist hier der Aufschwung des Mittel- und Fachschulwesens.

Gelegenheit zu Spatziergängen bietet: die Kmoch-Insel, die Parkanlagen Borky, besonders längs der Elbe; in der Nähe befindet sich der Hügel Bedøichov (Friedrichsberg) und das Dorf Køeèhoø, wo im J.1757 König Friedrich II. vom österr. General Daun geschlagen wurde. An beiden Stellen Gedenksäulen. Grössere Anflüge nach der altertümlichen Stadt Kuttenberg (13 km) und nach Bad Podìbrad (17 km).

 

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